Page 119

reha team Katalog "Mobilität & Pflege"

119 Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz: Änderungen seit 2013 Seit Januar 2013 greift die nächste Reform der Pflegeversicherung, das sogenannte Pflege- Neuausrichtungs-Gesetz. Wir geben einen Überblick, was sich für Pflegedürftige und pflegende Angehörige ändern wird: Verbesserungen der Leistungen für Demenzkranke Seit 2013 erhalten Demenzkranke ohne körperlichen Pflegebedarf (Pflegestufe 0), neben dem heute schon auf Antrag bei den Pflegekassen erhältlichen 100 bzw. 200 Euro monatlichen Zuschuss für zusätzliche Betreuungsleistungen, erstmals ein Pflegegeld von monatlich 120 Euro bei Betreuung durch Angehörige oder Pflegesachleistungen bis zu 225 Euro bei Betreuung durch einen ambulanten Pflegedienst. Bei Demenz erhalten Pflegebedürftige in Pflegestufe I monatlich ein um 70 Euro erhöhtes Pflegegeld von 305 Euro oder um 215 Euro höhere Pflegesachleistungen bis zu 665 Euro. Demenzkranke Pflegebedürftige in Pflegestufe II erhalten ein um 85 Euro höheres Pflegegeld von 525 Euro oder um 150 Euro höhere Pflegesachleistungen von bis zu 1.250 Euro. In der Pflegestufe III gibt es jedoch keine Leistungserhöhung. Außerdem gibt es erstmals für Demenzkranke und psychisch Kranke mit eingeschränkter Alltagskompetenz die volle Verhinderungspflegeleistung bei Abwesenheit von pflegenden Angehörigen (1550 Euro für bis zu 28 Tage im Jahr) sowie Zuschüsse für genehmigte Wohnungs - anpassungen (bis zu 2557 Euro pro Maßnahme) und technische Hilfsmittel wie ein Pflegebett. All diese Leistungen erhielten bisher nur anerkannte Pflegebedürftige mit rein körperlichen Gebrechen. Neues Wahlrecht bei ambulanter Pflege Pflegebedürftige oder dessen Angehörige können bei ihrem ambulanten Pflegedienst künftig wählen, ob dieser ihnen die Pflege und Betreuung nach bisherigen verrichtungsbezogenen Leistungskomplexen (Beispiel: Ganzkörperwäsche oder Vollbad) oder eine bestimmte Zeit für die Pflege garantieren soll. Gemeinsam mit dem Pflegedienst sollen sie entscheiden, welche Leistungen nach Zeitvolumen in Anspruch genommen werden. Förderung von altersgerechten Wohnformen Pflegebedürftige in selbst organisierten Wohngemeinschaften erhalten bei Pflegestufe I–III künftig pro Bewohner (bei mindestens drei Pflegebedürftigen) 200 Euro Zuschuss, um ihren erhöhten Organisationsaufwand finanzieren zu können. Außerdem werden notwendige Umbaumaßnahmen in der gemeinsamen Wohnung von neuen ambulant betreuten Wohngruppen mit 2500 Euro pro Person, höchstens aber 10000 Euro pro Wohngruppe gefördert. Diese Maßnahme ist zeitlich befristet bis Ende 2015.


reha team Katalog "Mobilität & Pflege"
To see the actual publication please follow the link above