„Die Kompression muss sitzen!“

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Flachgestrickte Versorgung bei Lipödem und Lymphödem

 

Autorin: Susanne Hoffmann

Offen über Lip- und Lymphödeme zu reden, war lange tabu. Heute gehen viele Betroffene dank Medienkampagnen und Influencern selbstbewusster damit um, sagt Sina Raab vom Sanitätshaus Ank-Kaiser in Kaiserslautern im SAM-Interview. Sie betreut Betroffene und erklärt, wie das Sanitätshaus sowohl mit medizinischen Hilfsmitteln als auch emotional und mental unterstützt.

SAM: Frau Raab, bevor wir über die Versorgung sprechen – was genau verbirgt sich eigentlich hinter einem Lipödem und einem Lymphödem? Welche Unterschiede gibt es?

© Ank-Kaiser Sanitätshaus GmbH

Sina Raab: Ein Lipödem beruht auf einer Fettverteilungsstörung, die genetische Ursachen haben kann und ausgelöst wird durch hormonelle Veränderungen, die z.B. in der Pubertät, den Wechseljahren oder der Schwangerschaft auftreten. Beim Lymphödem handelt es sich um eine eiweißhaltige Flüssigkeitsansammlung im Gewebe. Gründe können in Einzelfällen auch genetischer Natur sein. Häufig erkranken die Patientinnen aber auch nach einer Operation, z.B. am Knie, nach einer Krebserkrankung, bei der Lymphknoten entfernt wurden, oder infolge eines vermeintlich harmlosen Mückenstichs, woraus sich eine Wundrose bildet.

SAM: Wie können Betroffene erste Anzeichen erkennen – und wann ist ärztlicher Rat unumgänglich?

Sina Raab: Typisch für das Lipödem ist eine unproportionale Gewichtszunahme. Es bilden sich Fettknoten und die Haut ist knubbelig. Beim Abnehmen verliert man an den betroffenen Stellen nur das gesunde Fett, das Lipödemfett bleibt. An nicht betroffenen Bereichen geht das Abnehmen deshalb meist schneller. Zudem ist man extrem druckempfindlich und entwickelt schnell blaue Flecken. Beim Lymphöden handelt es sich meist um einseitige Schwellungen, ein Schweregefühl in den Beinen, Ödeme, die sich je nach Stadium nur schwer bis gar nicht mehr zurückbilden. Für die Diagnose wendet man sich am besten direkt an einen Arzt oder eine Ärztin mit Fachrichtung Phlebologie, Lymphologie.

SAM: Viele Patientinnen sind nach der Diagnose erst einmal überfordert. Welche Rolle übernehmen Sie als Sanitätshaus in dieser sensiblen Phase?

Sina Raab: Bevor wir uns dem Hilfsmittel widmen, sind wir oft seelsorgerisch gefragt, da es sich um eine unheilbare Erkrankung handelt. Die Diagnose ist für viele ein Schock, vor allem wenn ihnen gesagt wird, Abnehmen sei die einzige Lösung. Wir klären über die Möglichkeit einer OP auf, raten aber zuerst zur konservativen Behandlung mit Kompression und gegebenenfalls Lymphdrainage. Viele können damit bereits schmerzfrei leben und so auf einen Eingriff verzichten. Was ihnen Mut macht, ist, wenn wir eine betroffene Kollegin hinzuholen, die berichtet, wie sie mit ihrer Erkrankung umgeht.

SAM: Welche konkreten Schritte folgen, sobald eine ärztliche Verordnung vorliegt? Wie gehen Sie in der Beratung vor?

Sina Raab: Wir machen eine Anamnese, fragen, wo die Schmerzen am schlimmsten sind, wie druckempfindlich sie sind, um zu entscheiden, welches Material für die Kompression geeignet ist. Bei den meisten Patientinnen kommt eine Flachstrickversorgung infrage.

SAM: Flachgestrickte Kompression gilt als Standard in der Versorgung chronischer Ödeme. Was zeichnet sie aus – und worauf kommt es bei der Auswahl wirklich an?

Sina Raab: Der Vorteil: Es können in jeder Reihe des Gestricks flexibel Maschen zu- oder abgenommen werden, wodurch sich Veränderungen des Umfangs, etwa durch Wasser- oder Fettgewebe, sehr gut anpassen lassen. Grundlage für die Maßanfertigung sind unsere präzisen Umfangsmessungen in Form von Zug- und Hautmaßen. Dabei wird je nach Ödemhärte und Patientenverhalten ein guter Mittelweg gefunden, damit die Kompression sowohl wirksam als auch angenehm tragbar ist. Häufig ist die flachgestrickte Kompression aus luftdurchlässigen Mikrofasermaterialien, mit denen nahezu der gesamte Körper, von den Füßen, den Beinen über die Arme bis hin zum Gesicht, versorgt werden kann. Besonders wichtig ist, dass ein Produkt abgestimmt ist auf die jeweiligen Bedarfe im Beruf, beim Sport oder im Alltag.

SAM: Das Hilfsmittel ist bestellt – wie geht es dann für die Patientinnen weiter?

© Ank-Kaiser Sanitätshaus GmbH

Sina Raab: Wenn das Hilfsmittel da ist, zeigen wir, wie der Strumpf oder die Strumpfose richtig angezogen wird und welche Anziehhilfen es gibt. Bei unseren Versorgungen erhalten die Betroffenen ein Paar Spezialhandschuhe zur besseren Handhabung der Kompression dazu. Im Service inbegriffen ist ebenso, dass sie jederzeit zur Passformkontrolle vorbeikommen können. Außerdem geben wir Pflegehinweise, um die Lebensdauer und Wirkung der Kompression voll auszuschöpfen. In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nach Genehmigung zwei Kompressionsversorgungen pro Jahr, bei medizinisch begründetem Mehrbedarf kann es Ausnahmen geben.

SAM: Sie erleben täglich, wie unterschiedlich Menschen mit der Diagnose umgehen. Was möchten Sie Betroffenen mit auf den Weg geben?

Sina Raab: Ich will, dass die Betroffenen sich mit der Entscheidung für das Hilfsmittel wohlfühlen. Dazu gehört, dass die Kompression sitzt. Und wir merken, wie wichtig der Austausch mit uns Experten und anderen Erkrankten ist, und bieten dafür, z.B. mit unseren Infoveranstaltungen, entsprechende Plattformen.

Die Ank-Kaiser Unternehmensgruppe beschäftigt in ihren Sanitätshäusern rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 44 Standorten in Deutschland. Der Hauptsitz befindet sich in Kaiserslautern.

www.ank-kaiser.de
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