Lebenswichtige Nährstoffzufuhr bei Gedeihstörung

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Kleine ganz groß: Trinknahrung

 

„Ihr Kind wächst und gedeiht prächtig“ – das hören Eltern gerne während einer U-Untersuchung. Doch nicht immer entsprechen das Gewicht und das Längenwachstum beim Kind der Norm. Die Entwicklung kann durch Mangelernährung stark beeinträchtigt werden. Dann besteht Handlungsbedarf. Hochkalorische Trinknahrung oder, wenn dies nicht möglich ist, Sondennahrung kommen zum Einsatz. Eine, die sich sehr gut mit dem Thema auskennt, ist Anja Bader. Sie ist gelernte Kinderkrankenschwester und betreut seit zehn Jahren beim Homecare-Spezialisten Berger Care Kinder, die u. a. Trinknahrung oder Sondenkost benötigen.

Appetitlosigkeit, Übelkeit und Durchfall, Beschwerden beim Kauen oder Schlucken – die Gründe, warum ein Baby, Kleinkind oder Kind nicht essen will oder kann, sind vielschichtig. Den organischen oder auch psychosozialen Ursachen muss mit hoher Priorität auf den Grund gegangen werden. Darüber hinaus braucht es konkrete Maßnahmen, um zu verhindern, dass die Mangelernährung fortschreitet und zu einer Gedeihstörung führt. Festgestellt werden kann dies, wenn der Kinderarzt oder die Kinderärztin bei einer U-Untersuchung anhand der Perzentilkurven erkennt, dass Gewicht und Größe im Vergleich zu gleichaltrigen Jungen und Mädchen stark abweichen.

© Berger Care GmbH

„Trinknahrung kann helfen, den Nährstoffmangel auszugleichen. Da ist alles drin, was es an Proteinen, Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen braucht“, weiß Anja Bader. Die Homecare-Spezialistin ist es auch, die die Eltern und ihr Kind begleitet, nachdem entsprechende Trinknahrung verordnet wurde. Die Auswahl ist groß in Konsistenz – es gibt Suppen, Smoothies, Puddings, Drinks – und in Geschmacksrichtungen – von Früchten, Vanille, Schokolade bis hin zu neutral. „Zuerst nehme ich mir viel Zeit, um zu schauen, wo ich die Familie abholen kann. Es ist wichtig, sich kennenzulernen und eine Vertrauensbasis zu schaffen.

Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen werden besprochen. Schließlich bin ich nicht zuletzt auch Bindeglied zwischen Patientin oder Patient und Verordner“, beschreibt Anja Bader ihre Rolle, zu der auch unkonventionelle Beratungsarbeit gehört. „Wenn das Kind kein Fan der Trinknahrung ist, rate ich den Eltern schon mal, die geschmacksneutrale Flüssigkeit in der Tomatensoße zu verstecken oder die Vanillepuddingpackung mit Glitzerstickern zu verzieren.“ Ihre Arbeit ist getan, wenn die Entwicklung des Kindes nach ärztlichem Befund in die richtige Richtung geht und die verordnete „Astronautenkost“ reduziert und ausgeschlichen wird.

Essen als positives Erlebnis

Wenn bei Babys und Kindern Stoffwechselstörungen, organische Erkrankungen oder Fehlentwicklungen vorliegen, die normales Essen und Trinken unmöglich machen, muss die Nahrungsaufnahme über eine Sonde erfolgen, welche die Nährstoffe direkt in den Magen-Darm-Trakt leitet. Je nachdem, wie lange die Ernährungstherapie notwendig ist, wird der Kinderarzt oder die Kinderärztin eine Nasensonde – ein Schlauch wird hierbei über die Nase in den Verdauungstrakt eingeführt – oder eine perkutane Sonde empfehlen, wodurch ein direkter Zugang von außen durch die Haut in den Magen oder Dünndarm geschaffen wird.

Anja Bader ist dann ebenfalls für die Eltern und ihr Kind da. Sie kann bei der Handhabung der Sonde unterstützen, beraten bei der Auswahl von Sondenkost und diese wie auch Zubehör, bspw. Pumpen und Schläuche, bestellen. Oft leistet sie auch Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit. Sie nimmt Eltern und Kind die Angst vor der Sonde und wirbt für Akzeptanz. „Ich würde mir wünschen, dass Sondenkinder beim Essen mit am Tisch sitzen. Auch einen Säugling kann man beim Sondieren auf den Arm nehmen, wie es beim Stillen oder Füttern der Fall ist. Die Kinder sollen Essen als etwas Normales und Positives erleben. Tägliche Machtkämpfe ums Essen belasten die ganze Familie.“

Ursachen und Gründe für eine Gedeihstörung sind unterschiedlich. Wichtig ist, dass sie erkannt wird, sagt Anja Bader: „Eine Gedeihstörung resultiert aus einer Mangelernährung, die sich nicht nur auf das Gewicht und Wachstum auswirkt, sondern auch aufs Gehirn. Kinder mit unbehandelter Mangelernährung haben eine schlechtere geistige Entwicklung. Daher muss man sie wirklich früh und rechtzeitig abholen, möglichst schon im ersten Lebensjahr.“

Berger Homecare mit Sitz in Gießen wurde 2013 gegründet. Geschäftsführer ist Frank Vogel. Das Unternehmen mit ca. 30 Mitarbeitenden ist spezialisiert auf Homecare und deckt damit die Bereiche Wundversorgung, ableitende Inkontinenzversorgung, Stoma- und Blutzuckerversorgung sowie enterale und parenterale Ernährung ab. Mehr über das Sanitätshaus mit dem Lächeln erfahren Sie hier:
www.bergercare.de
facebook.com/bergercare

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