Rollstuhl-Simulator: Wegweiser für Präzision und Mobilität

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Innovatives Messverfahren für Rollstuhlfahrerinnen und -Fahrer

 

Autor: Christian Sujata

Jan Geier ist eigentlich gelernter Industriemeister der Fachrichtung Printmedien, doch seit fünf Jahren arbeitet er beim Sanitätshaus Klein in Darmstadt und ist dort Leiter der Rehaabteilung. Damit verantwortet er auch die Arbeit mit dem Rollstuhl-Simulator, der in dieser Form in Hessen bisher nur ein einziges Mal und in ganz Deutschland maximal 15-mal im Einsatz ist. SAM-Chefredakteur Christian Sujata sprach mit ihm über das neuartige Messverfahren. Mit beim Gespräch dabei ist auch Martin Honcu, der als erster Kunde von der neuartigen Medizintechnikinnovation profitierte.

SAM: Können Sie uns kurz erklären, was der Rollstuhl-Simulator ist und wie er funktioniert?

© Sanitätshaus Klein

Jan Geier: Der digitale Rollstuhl-Simulator ermöglicht es, die Sitzposition eines Rollstuhlnutzers in Echtzeit zu verändern und anzupassen, so wie sie später im tatsächlichen Rollstuhl sein wird. Dabei werden präzise alle relevanten Maße für die individuelle Rollstuhlkonfiguration erfasst. Unsere Kunden können dabei jede Veränderung direkt an ihrem eigenen Körper spüren und uns auch sofort entsprechend Feedback geben. Die Sitzanpassung wird für uns so zu einem interaktiven Prozess und in Millimeterschritten individuell und nachvollziehbar.

SAM: Und wie werden die Daten, die der Simulator dabei liefert, ausgewertet und in die Rollstuhlanpassung integriert?

Jan Geier: Der Simulator generiert uns automatisch ein umfassendes Messdatenblatt mit allen relevanten Parametern. Diese Daten sind herstellerunabhängig und lassen sich auf alle gängigen Maßblätter (= technische Zeichnungen oder Dokumente, die Spezifikationen eines Bauteils oder Produkts genau festlegen, Anm. d. Red.) übertragen. Zudem werden alle Kundenmessungen in einer Cloud gespeichert, sodass sie für uns jederzeit abrufbar sind – für Nachmessungen, Anpassungen oder – ergänzt durch Videoanalyse und Fotos – als Dokumentation für den Kostenträger.

SAM: Für wen ist dieses Messverfahren besonders geeignet?

Jan Geier: Grundsätzlich für alle aktiven Rollstuhlfahrer – sowohl Neueinsteiger als auch langjährige Nutzer.

SAM: Und in welcher Form profitieren diese davon?

Jan Geier: Der Rollstuhl-Simulator misst ja präzise die Körpermaße, analysiert die Sitzposition und Fahreigenschaften sowie die Antriebsleistung, um die optimale Rollstuhlkonfiguration und Sitzhaltung individuell anzupassen und zu verbessern. Insbesondere bei Menschen mit neurologischen oder orthopädischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Rückenmarksverletzungen kann die dadurch ermittelte, optimale Position massive Auswirkungen auf Schulterbelastungen, Transfer, Mobilität, Dekubitusprophylaxe und letztendlich somit auf die Lebensqualität haben.

SAM: Herr Honcu, wie ist Ihre Erfahrung als Patient?

Martin Honcu: Ich sitze seit rund zehn Jahren im Rollstuhl. Bisher war es so: Ich wurde vermessen, ein Rollstuhl wurde entsprechend angepasst und bestellt. Das war dann zwar meistens in Ordnung, aber zu 100 Prozent gepasst hat es trotzdem nie. Es war immer noch Luft nach oben. Der Simulator war für mich eine enorme Erfahrung, wie man die Rückenposition oder Sitztiefe millimetergenau darin verändern konnte und ich in Echtzeit spürte, ob das passt oder nicht.

SAM: Wie lange dauert eine typische Sitzung im Simulator?

Jan Geier: Das hängt vom jeweiligen Nutzer ab, in der Regel sind das 20 bis 45 Minuten. Wenn man bereits Erfahrung damit gemacht hat und gezielt Feedback geben kann, geht es schneller, wenn es darum geht, besonders komplexe Fälle zu analysieren, dauert es länger. So oder so schneller und effizienter als herkömmliche Methoden.

Martin Honcu: Zeit, die sich lohnt. Nachdem ich im Simulator gesessen habe, wurde mein Aktivrollstuhl entsprechend angepasst. Ich sitze nun aufrechter, muss die Arme nicht mehr so weit spreizen und kann mich viel leichter bewegen als die ganze Zeit zuvor.

SAM: Ist das Feedback aller Kundinnen und Kunden so positiv?

Jan Geier: Ein klares Ja. Wir konnten Menschen mit Spastiken von vornherein in Positionen bringen, in denen die Spastiken gar nicht entstehen. Anderen wiederum halfen wir, eine Position zu finden, in der sie die meiste Kraft aufbringen, eine gute Durchblutung gewährleistet ist oder ihr Rücken am besten arbeiten konnte. Mithilfe Datenblatts mit allen Messungen können die Hersteller einen Rollstuhl festverschweißt exakt auf diese Maße bauen. Um Ihre Frage zu beantworten: Das Feedback war bisher ausnahmslos positiv.

© Christian Sujata

SAM: Sehen Sie den Simulator als Standardinstrument für die Rollstuhlversorgung in der Zukunft?

Jan Geier: Ich hoffe und gehe auch davon aus, dass es im Sinne jedes Rollstuhlnutzers zukünftig zum Standard wird. Ein Problem dabei ist nach wie vor die Übernahme der Kosten. Noch fehlt die Erkenntnis, dass auf Dauer nicht nur die Patienten profitieren, sondern auch die Krankenkasse Sicherheit hat, dass die Versorgung optimal auf das Krankheitsbild des Versicherten abgestimmt ist.

SAM: Das wäre zu wünschen. Herr Honcu und Herr Geier, ich danke Ihnen beiden für das interessante Gespräch!

Das Sanitätshaus Klein feiert dieses Jahr 100 Jahre Erfahrung in den Bereichen Orthopädietechnik, Homecare, Sanitätshaus und Rehabilitation. Mittlerweile kümmern sich rund 150 Mitarbeitende an den Standorten Darmstadt und Dieburg um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kundinnen und Kunden.
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