Effizienzverlust statt Einsparungen: Warum Hilfsmittelausschreibungen ihr Ziel verfehlen


Die Empfehlung der Finanzkommission, Ausschreibungen für standardisierte Hilfsmittel wieder einzuführen, wird in der Praxis kritisch gesehen. Die Sanitätshaus Aktuell AG weist darauf hin, dass sich vermeintliche Einsparungen schnell relativieren können, wenn man die Auswirkungen auf die Versorgung insgesamt betrachtet.

Ein Blick auf die Zahlen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zeigt die Dimensionen: Während die Ausgaben für Krankenhäuser mit über 100 Milliarden Euro den größten Anteil ausmachen, liegt der Hilfsmittelbereich bei unter vier Prozent. Gleichzeitig steigen die Krankenhauskosten deutlich stärker.
„Wenn sich Entlassungen verzögern, weil die Versorgung durch verschiedene, schwer zu koordinierende Akteure organisiert werden muss statt durch ortsnahe Strukturen aus einer Hand, entstehen sofort Mehrkosten“, erklärt Dr. Sonja Schaible, Aufsichtsratsvorsitzende der Sanitätshaus Aktuell AG. Ein zusätzlicher Tag im Krankenhaus kostet im Schnitt über 1.000 Euro. Dem gegenüber stehen Hilfsmittel, die über Jahre genutzt werden und vergleichsweise geringe Kosten verursachen.
Hinzu kommt, dass Hilfsmittelversorgung weit mehr ist als die Bereitstellung eines Produkts. Sie umfasst Beratung, individuelle Anpassung, Einweisung sowie laufende Betreuung. „Diese Versorgungsleistung lässt sich nicht mit einem klassischen Wareneinkauf vergleichen“, so Schaible.
Kritisch bewertet das Unternehmen daher auch die von der Finanzkommission herangezogene Studie von Atella und Decarolis aus dem Jahr 2019. Diese untersucht Effekte von Ausschreibungen im Krankenhausbereich bei Implantaten. „Die Ergebnisse lassen sich nicht auf die Hilfsmittelversorgung übertragen. Hier geht es nicht um einen reinen Produkteinkauf für Fachkreise, sondern um einen komplexen Versorgungsprozess im häuslichen Umfeld – ein Zusammenspiel aus Dienstleistung, Betreuung und funktionierenden Abläufen im Alltag der Patientinnen und Patienten“, erklärt Prokuristin der AG Anja Faber-Drygala.

Aus Sicht der Sanitätshaus Aktuell AG besteht zudem die Gefahr, dass zusätzliche Ausschreibungen gewachsene regionale Strukturen schwächen. Gerade diese Strukturen sind entscheidend, um Patientinnen und Patienten schnell und zuverlässig zu versorgen.
„Entscheidend ist, dass Versorgung im Alltag funktioniert“, betont die Prokuristin. „Dafür braucht es eingespielte Abläufe, klare Zuständigkeiten und Ansprechpartner vor Ort.“
Die Sanitätshaus Aktuell AG setzt sich daher für Lösungen ein, die Versorgung vereinfachen statt verkomplizieren. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten ohne Umwege zu unterstützen und gleichzeitig die vorhandenen Strukturen sinnvoll zu nutzen.

Sanitätshaus Aktuell AG: Effizienzverlust statt Einsparungen: Warum Hilfsmittelausschreibungen ihr Ziel verfehlen
Icon Händeschütteln

Möchten Sie Teil unseres erfolgreichen Partnernetzwerks werden oder haben Sie weitere Fragen?

Wir stehen Ihnen gerne für alle Informationen zur Verfügung und freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen zu wachsen.