Kahlschlag in der Gesundheitsversorgung droht: Sanitätshaus Aktuell AG warnt vor existenzgefährdenden Gesetzesplänen der Politik
Ein geplanter Spargesetz-Entwurf der Bundesregierung sorgt bei der Sanitätshaus Aktuell AG für massive Beunruhigung. Vor der ersten Lesung des sogenannten GKV-BStabG im Deutschen Bundestag am 12.6. schlägt das bundesweite Netzwerk Alarm. Die geplante pauschale Kürzung von drei Prozent auf alle Hilfsmittel gefährdet die verlässliche Versorgung von Millionen Menschen im Land. Kurzfristige Einsparungen bei Hilfsmitteln können langfristig zu erheblichen Mehrkosten in der Gesundheits- und Pflegeversorgung führen.
Das Markenzeichen der angeschlossenen Betriebe ist die lückenlose Vollversorgung aus einer Hand. Das Angebot reicht von handwerklicher Orthopädietechnik und modernsten Rollstühlen bis zur intensiven Homecare-Betreuung schwerstkranker Menschen zu Hause. All diese Leistungen sind eng an den Einsatz hochwertiger Medizinprodukte und Materialien gekoppelt. Der geplante Pauschalabzug verkennt dabei die wirtschaftliche Realität der Vollversorgung. Die Krankenkassen sollen die drei Prozent ohne Ausnahme vom gesamten Rechnungsbetrag abziehen. Ein Sanitätshaus muss jedoch Spezial-Werkstoffe, technische Bauteile und medizinische Verbrauchsgüter zu festen Marktpreisen einkaufen. Diese Einkaufskosten lassen sich nicht einfach senken. Der staatliche Kürzungsbetrag schlägt deshalb voll auf die eigentliche Dienstleistung durch: Er trifft die präzise Werkstattarbeit, die persönliche Beratung und die zeitaufwendige Begleitung von Therapien direkt beim Patienten.
Die wirtschaftliche Belastungsgrenze ist für die meisten Betriebe damit überschritten. Nach Abzug aller Ausgaben für Material, Miete und Fachpersonal bleibt den Sanitätshäusern ohnehin nur ein sehr schmaler Gewinn von drei bis sieben Prozent. Wenn der Gesetzgeber nun drei Prozent vom Umsatz einbehält, raubt er den Unternehmen die wirtschaftliche Lebensgrundlage.
„Diese Regelung trifft nicht die vermeintlichen Überschüsse der Betriebe, sondern die Versorgung selbst. Wer pauschal drei Prozent kürzt, gefährdet am Ende genau die Leistungen, die Menschen täglich benötigen, um mobil, selbstständig und gut versorgt zu bleiben“, warnt Anja Faber-Drygala, Prokuristin der Sanitätshaus Aktuell AG.
Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt die Tragweite: Ein Betrieb, der nach allen Kosten vier Prozent Überschuss erwirtschaftet, verliert durch die Kürzung auf einen Schlag 75 Prozent seines Ertrags – ihm bleibt gerade noch ein Prozent. Für viele Standorte bedeutet das den direkten Rutsch in die Verlustzone. Investitionen in moderne Ausstattung, Digitalisierung und Fachkräfte würden erheblich erschwert.
„Die Politik darf die Hilfsmittelversorgung nicht auf einen reinen Kostenfaktor reduzieren. Hinter jeder Versorgung steht ein Mensch, der auf Mobilität, Selbstständigkeit und Teilhabe angewiesen ist. Wer hier die wirtschaftlichen Grundlagen entzieht, gefährdet bewährte Versorgungsstrukturen im ganzen Land“, so Faber-Drygala weiter.
Die bitteren Konsequenzen dieser Politik müssen am Ende die Patientinnen und Patienten tragen. Wenn regionale Standorte schließen oder Leistungen streichen müssen, betrifft das vor allem Senioren, chronisch Kranke und Pflegebedürftige. Ohne die schnelle und verlässliche Bereitstellung von Rollstühlen, Prothesen oder der häuslichen Krankenpflege verzögert sich die Entlassung aus den Kliniken. Versorgungslücken und vermeidbare Notfälle sind vorprogrammiert. Was heute oberflächlich eingespart wird, führt am Ende zu unkontrollierbaren Mehrkosten für die gesamte Solidargemeinschaft.




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